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die Programme

Nora und Anne bei einer JamSession

„Oranges & Lemons“ - Tanzmusik aus England um 1700

In ihrem Programm „Oranges & Lemons“ beziehen The Playfords ihr Repertoire aus dem "English Dancing Master" (1651), herausgegeben u. a. von John Playford. Der “Dancing Master” erwies sich als großer Erfolg und erfuhr bis 1728 achtzehn Neuauflagen. Die heiteren, unbeschwerten, verträumten oder auch melancholischen „Country Dance Tunes“ wurden vielfältig und ideenreich von The Playfords arrangiert. Zudem erzählen sie mittels zeitgenössischer englischer Balladentexte Geschichten von den verschiedenen Spielarten der Liebe und den politischen Umständen des 17. Jahrhunderts.
Hörbeispiele gibt es hier

„Fa una Canzone“ - Tanzmusik der Renaissance Italiens

In ihrem Programm „Fa una canzone“ spielen The Playfords italienische Hits des 16. und 17. Jahrhunderts. Europaweit begehrt waren die Villanellen, Frottolen und Balletti der Stars wie Giovanni Giacomo Gastoldi, Orazio Vecchi oder Claudio Monteverdi. Wie in der populären Musik unserer Zeit wird in den Liedern die Liebe besungen, unbändige Lebensfreude erklingt in den Tänzen. Heiter und leidenschaftlich von den Musikern arrangiert, meisterhaft musiziert mit mediterranem Charme.
Hörbeispiele gibt es hier

"Christliche, gute, nützliche Texte" zu "unnützen, schandbaren Liedlein" - Kirchenlieder der Reformationszeit und ihre weltlichen Vorlagen

Martin Luther war ein sehr gelehrter und zugleich tief emotionaler Mensch, wovon er überzeugt war, das tat er konsequent. So wurde aus dem lebensfrohen Erfurter Studenten ein extrem asketischer Mönch, der - entsetzt über die Scheinheiligkeit der Kirche seiner Zeit - ungewollt die Reformation anstieß, schließlich alles Asketische über Bord warf, um mit allen Sinnen und vor allem mit Musik die reine Lehre unters Volk zu bringen. Anders als viele seiner Reformatorenkollegen setzte er dabei weniger auf eingedeutschte Gregorianik als auf neue Dichtungen zu bekannten wie neu geschaffenen volkstümlichen Melodien. So wurden „Gassenhauer, Reiter- und Bergliedlein christlich, moraliter und sittlich verändert..." im Sinne der Reformation genutzt. Dass Luther versierter Lautenist war und auch im Kontrapunkt geschult, kam ihm sicherlich dabei ebenso zugute wie seine engen Kontakte zu Ludwig Senfl und Johann Walter. Damit war er Vorbild für unzählige Liederdichter und prägte den typisch protestantischen Choral volkstümlicher Manier.
The Playfords schälen den oft vergessenen tänzerisch-fröhlichen Charakter solcher Kirchenlieder wieder heraus, fischen nebenbei auch in der dunklen Vergangenheit manch berühmten Choral und verhelfen den "bösen ärgerlichen Weisen, unnützen und schandbaren Liedlein auf der Gassen, Feldern, Häusern und anderswo zu singen" zu frischem Leben.

"Weimarer Liederbuch"

Im Jahr 1803 erwarb die Herzögliche Bibliothek zu Weimar eine Sammlung von Liedtexten, die unter dem Namen „Weimarer Liederbuch - Schätzbare Sammlung alter Volkslieder“ bekannt geworden ist. Sie beinhaltet 71 Einzeldrucke, die zwischen 1515 und 1550 in Nürnberg gedruckt wurden. Von diesen schlichten und beliebten Melodien, den so genannten Volksliedern, ließen sich auch Komponisten späterer Musikepochen inspirieren. Johannes Brahms nannte diese Lieder seine „kleinen Lieblinge“ und arrangierte sie für Chor und als Klavierlied. Auch The Playfords haben sich faszinieren lassen und die zu den Texten gehörigen Melodien aus der zeitgenössischen Liedsammlung „Frische Teutsche Liedlein“ von Georg Forster extrahiert und mit den Weimarer Texten kombiniert.

"Si ce n’est amour ...?" - "Wenn es nicht Liebe ist ...?" - französische Chansons und Tänze des 16 Jh.

Das 16. Jh. bedeutete für Frankreich den Anbruch eines neuen Zeitalters, sowohl in politischer und sozialer als auch in geistiger Hinsicht. So änderte sich auch die Musik grundlegend. Der Hof hatte von da ab die unumschränkte Vormachtstellung auf musikalischem Gebiet. Die wichtigen Bewegungen gingen vom Pariser Hof aus. Parallel bildete sich eine bürgerliche Gesellschaft heraus, die eine große aristokratische Gesellschaft in der mächtigsten Monarchie zu formen begann und auch der Musik seinen Geschmack aufprägte. Der Einfluß dieser neuen Gesellschaft, die aus tätigen, in Gewerbe und Handel reich gewordenen Menschen bestand, erklärt, dass sich die französische musikalische Renaissance von der Kirche löste und sich besonders in den weltlichen Gattungen äußerte.
Am Anfang des 16. Jh. beginnt die Chanson die Gattung zu werden, in der das realistische Bürgertum seine Ideen und Neigungen zum Ausdruck bringt. Volkstümliche Elemente finden sich in der Chanson in großer Zahl. Sie verherrlichen das irdische Leben. Die erzählende Chanson ist bezeichnend für eine Epoche und bringt den ewig gleichbleibenden Charakter des Französischen Empfindens zum Ausdruck.
Von 1528 bis 1552 veröffentlichte Pierre Attaingnant nicht weniger als 50 Sammlungen mit ungefähr 1500 Chansons, die fast alle von französischen Komponisten stammten. The Playfords haben einige der schönsten Chansons der Zeit, so zum Beispiel „Belle qui tiens ma vie“ von Arbeau und „Ma belle si ton ame“ von Besard sowie Tänze wie den berühmten Tourdion von Attaingnant und die Branle „Cassandre“ von Arbeau ausgewählt und poetisch empfindsam und tänzerisch frisch neu arrangiert.

„Nova! Nova!“ - Europäische Advents- & Weihnachtslieder aus dem 14.-18. Jahrhundert

Die typisch menschliche Sehnsucht nach Veränderung einer unbefriedigenden Gegenwart bildet letztlich auch den Kern des Weihnachtsfestes. Für die christliche Welt ist die Geburt Jesu die lang erhoffte Neuigkeit und hat über Jahrhunderte vielfältigen und vor allem musikalischen Widerhall gefunden. Unter dem sprechenden Titel „Nova! Nova!“ („Neues! Neues!“) widmen sich The Playfords weihnachtlicher Musik aus dem 14. bis 18. Jahrhundert. Um bekannte deutsche Melodien gruppieren sich Lieder und Tänze aus England, Frankreich und Spanien.
Als Ensemble aus Spezialisten für Alte Musik stellen sich The Playfords in die beinahe verlorene Tradition improvisierender Renaissance- und Barockmusiker. Mit ihrer spielerischen wie stilechten Herangehensweise ermöglichen sie es der Musik vergangener Tage, die ganze Palette weihnachtlicher Emotionen auszuleben, von stiller Ergriffenheit bis zum ausgelassenen Freudentaumel, augenzwinkernd aktuelle Bezüge inbegriffen.
Hörbeispiele gibt es hier

"Familien- und Kinderprogramm"

in Arbeit